{"id":31,"date":"2019-01-28T19:49:29","date_gmt":"2019-01-28T18:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/susannerubin.de\/?page_id=31"},"modified":"2019-06-11T20:25:33","modified_gmt":"2019-06-11T19:25:33","slug":"susannerubin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/susannerubin.de\/?page_id=31","title":{"rendered":"Susanne Rubin"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Autor-Kachel-sw.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-305\" width=\"408\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Autor-Kachel-sw.jpg 765w, https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Autor-Kachel-sw-150x150.jpg 150w, https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Autor-Kachel-sw-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><figcaption>Susanne Rubin | Autorin<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Susanne Rubin ist Mitglied der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren DELIA.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-2-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-drop-cap\">Susanne Rubin wurde in Hamburg geboren. Zusammen mit ihrem Mann, einem pensionierten Kriminalbeamten, lebt sie noch heute in ihrer geliebten Heimatstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre inzwischen erwachsenen S\u00f6hne bezeichnet sie gern als die wunderbarsten der ganzen Welt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Sie liebt Spieleabende mit ihrer Familie, hat eine ausgepr\u00e4gte Schw\u00e4che f\u00fcr Milchschokolade und ist Kaffeetrinkerin aus Leidenschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Als waschechte \u201eHamburger Deern\u201c w\u00fcrde sie niemals von dort wegziehen. Zitat: &#8222;Woanders w\u00fcrde ich eingehen, wie eine vertrocknete Primel&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<blockquote style=\"text-align:left\" class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Woanders w\u00fcrde ich eingehen, wie eine vertrocknete Primel<\/p><cite>Zitat von Susanne Rubin<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr Kurt. Freund, Spa\u00dfmacher, Held meiner Kindheit<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich liebe Dich, Paps!<\/p>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 2012 ist mein lieber Paps seinem Krebsleiden erlegen. Seine letzte Zeit verbrachte er im Hospiz von Hamburg-Leuchtfeuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist r\u00fchrend zu sehen, wie die Menschen, die dort im Hospiz arbeiten, jeden Sterbenden mit W\u00fcrde und Respekt, Menschlichkeit und viel Engagement aufnehmen und auf Ihre besondere Weise auf seinem letzten Weg begleiten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"135\" height=\"180\" src=\"https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/leuchtfeuer_logo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-482\"\/><figcaption>Hamburg Leuchtfeuer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mein Vater war mehrere Wochen dort, bei den wahren &#8222;Engeln auf Erden&#8220;. Sie haben sich stets liebevoll um ihn gek\u00fcmmert und standen auch uns Angeh\u00f6rigen mit Wort und Tat zur Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft sind es auch Kleinigkeiten, die ein wenig tr\u00f6sten. Ein Kissen, eine Umarmung, ein liebes Wort und ein offenes Ohr zur richtigen Zeit, oder noch einmal das Lieblingsgericht?! Allemal ist es eine \u00fcberw\u00e4ltigende und tolle Arbeit, die alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Hospiz leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weil es h\u00e4ufig die kleinen Dinge im Leben sind, die helfen, habe auch ich mich entschlossen, Hamburg-Leuchtfeuer in Zukunft durch mein Engagement zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben&#8220;, so steht es auf der Seite von Hamburg Leuchtfeuer geschrieben. Um diese Aufgabe auch weiterhin so wundervoll umsetzen zu k\u00f6nnen, ist Hamburg-Leuchtfeuer vor allem auf Spenden angewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich bitte Sie an dieser Stelle nicht einfach nur um Geld, ich bitte um einige Minuten der inneren Einkehr, um \u00fcber ein Thema nachzudenken, das wir alle nur allzu gerne verdr\u00e4ngen, bis es uns pl\u00f6tzlich pers\u00f6nlich betrifft. Besuchen Sie das Leuchtfeuer, oder vielleicht m\u00f6chten Sie sich sogar ehrenamtlich engagieren? Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, um zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Falls Sie etwas spenden m\u00f6chten, oder mehr erfahren m\u00f6chten, so folgen Sie bitte <u><a href=\"http:\/\/hamburg-leuchtfeuer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">diesem Link<\/a><\/u>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein gro\u00dfer, tiefempfundener Dank geht an die Engel von Hamburg-Leuchtfeuer.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Dies und das&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mein Opa<\/h4>\n\n\n\n<p>Hamburg hat viele Museen, so wie sich das ja f\u00fcr eine Gro\u00dfstadt geh\u00f6rt. In einem dieser Museen, in einer kleinen Ecke, fast unscheinbar (die meisten Besucher werden eher gleichg\u00fcltig daran vorbeischlendern,), h\u00e4ngt eine dunkelblaue, schlichte Uniform. Es ist die Uniform meines Gro\u00dfvaters. <\/p>\n\n\n\n<p>Ja, mein Opa hat tats\u00e4chlich genau diese Uniform getragen, denn er war der erste, und monatelang auch der einzige Kutscher in Hamburg, der eine &#8222;Motorisierte Droschke&#8220; besa\u00df und fahren durfte. Das war irgendwann so um 1890! Mein Gro\u00dfvater war damals noch ein Teenager. Er starb im Jahre 1972. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Mann hat zwei Weltkriege er- und \u00fcberlebt, SECHZEHN Kinder gezeugt (das drittj\u00fcngste, war meine Mutter) und er war ein unglaublich kluger und humorvoller Mensch. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/opa_no_color.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-354\" width=\"450\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/opa_no_color.jpg 450w, https:\/\/susannerubin.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/opa_no_color-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption>Mein Opa (links) auf einer der ersten motorisierten Droschken in Hamburg<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich habe ihn bewundert und aus tiefstem Herzen geliebt. <br>Er war ein wundervoller Gro\u00dfvater, der zu allen seinen Enkelkindern immer freundlich und herzlich war. Allerdings hatte ich das besondere Gl\u00fcck, diesen wunderbaren Opa fast f\u00fcr mich allein zu haben, ganz einfach, weil wir lange Zeit zusammen mit meinen Gro\u00dfeltern in einem Haus wohnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein &#8222;Arbeitszimmer&#8220; war f\u00fcr mich das Paradies! <br>Neben einem alten Mahagoni-Schreibtisch, dessen rote, lederne Schreibauflage schon trockene Risse aufwies, stand ein winziges, verschlissenes Jugendstilsofa. An der Wand direkt gegen\u00fcber, schwang eine riesige Standuhr in gem\u00e4chlichem Tempo ihr goldgl\u00e4nzendes Pendel hin und her. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch vor allem, gab es in Opas Zimmer B\u00fccherregale! <br>B\u00fccher! <br>Rundherum B\u00fccher! <br>Damals dachte ich noch, es m\u00fcssten tausende sein. <br>Dort in diesem Zimmer kuschelte ich mich auf dem kleinen Sofa an meinen Gro\u00dfvater, w\u00e4hrend er las. Ich mochte die Stille in diesem Zimmer, die nur von dem gleichm\u00e4\u00dfigen Ticken der alten Standuhr untermalt wurde. Ja, ich mochte sogar das Foto von J.F. Kennedy, das hinter dem Schreibtisch an der Wand hing.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Opa las oft viele Stunden am Tag, doch er sprach auch mit mir \u00fcber die B\u00fccher, \u00fcber all die vielen Geschichten, die er gelesen hatte &#8211; und ich liebte das. <\/p>\n\n\n\n<p>Als ich zehn Jahre alt wurde, schenkte mein Opa mir meinen ersten &#8222;richtigen&#8220; Roman: &#8222;Sturmh\u00f6he&#8220; von Emily Bront\u00e8. <br>Er konnte nicht ahnen, was er damit in mir entfachte, oder vielleicht ahnte er es doch, denn er war ein kluger Mann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich verliebte ich mich unsterblich in &#8222;Heathcliff&#8220;, den dramatischen und traurigen Helden, der letztlich vor lauter unerf\u00fcllter Liebe b\u00f6se und hart wurde &#8211; aber ich fing auch sofort an, mir auszumalen, wie ich &#8222;meinen Heathcliff&#8220; beschrieben h\u00e4tte \u2013 und ich begann zu lesen, wirklich zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich las &#8222;Steinbeck&#8220; und &#8222;Hemingway&#8220;, aber sp\u00e4ter auch Mitchell\u2019s &#8222;Vom Winde verweht&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kleinen Texte, die ich schon damals schrieb, nahm mein Opa als einziges Mitglied in meiner Familie ernst. Er las sie, redete mit mir \u00fcber diese kindlichen Kritzeleien mit der gleichen, g\u00fctigen Ernsthaftigkeit, mit der er auch \u00fcber &#8222;Jenseits von Eden&#8220;, oder: &#8222;In einem anderen Land&#8220; mit mir sprach. <\/p>\n\n\n\n<p>Als er starb, war ich noch ein Teenager. Ach, ich h\u00e4tte diesen Mann gerne l\u00e4nger gekannt!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Eine uralte Elbsage<\/h4>\n\n\n\n<p>Frei und neu von Susanne Rubin nacherz\u00e4hlt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein junges Paar, das in einem kleinen h\u00fcbschen Haus direkt  am Elbstrand lebte.  Das Haus stand am Rande eines Fischerdorfes &#8212; und  auch der junge Mann war ein Fischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau liebte ihren Mann so sehr,  dass es ihr jedes Mal fast das \nHerz zerschnitt, wenn er in sein Boot stieg und zusammen mit den anderen\n Fischern  hinaus auf den Strom, bis hin zum gro\u00dfen Meer fuhr, um zu \nfischen.  Tagelang sa\u00df sie dann auf einem gro\u00dfen Stein am Strand und \nblickte auf das wilde Wasser, das sie unterdessen mit der gleichen \nInbrunst hasste, mit der sie ihren Mann liebte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der junge Mann liebte seine sch\u00f6ne Frau \u00fcber alle Ma\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie jeder Mann und jede Frau im Ort, bewunderte er aber vor allem  ihr herrliches nachtschwarzes Haar, das lang und seidig gl\u00e4nzend bis  hinab auf ihre H\u00fcften fiel.  Daran konnte er sich niemals sattsehen und  jedes Mal, bevor er in sein Boot stieg, strich er noch einmal durch die  seidige schwarze F\u00fclle, dann k\u00fcsste er sie auf den Mund und versprach  gesund zu ihr zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6nigin des Flusses beobachtete die beiden jungen Menschen sehr \noft dabei. Zuerst freute sie sich noch \u00fcber das strahlende Gl\u00fcck des  \nPaares, doch dann fra\u00df sich ein dunkles Gef\u00fchl in ihr einsames Herz und \nbreitete sich darin immer mehr aus.  Schon bald beneidete die K\u00f6nigin  \ndie junge Menschenfrau um ihre Sch\u00f6nheit, um das wundervolle Haar  und \num die offensichtliche Liebe, die in den Augen des Mannes brannte wie \nlodernde Flammen, wenn er seine sch\u00f6ne Frau betrachtete , ihr \u00fcber das \nHaar strich, und sie zum Abschied k\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun hatte die Elbk\u00f6nigin nur noch Augen f\u00fcr den Mann  und seine \nanziehende Erscheinung. Sie wusste, dass auch sie selbst sch\u00f6n war, und \ndie Sehnsucht danach, dass der Mann nur noch sie mit diesen flammenden \nAugen ansehen sollte, wurde \u00fcberm\u00e4chtig in ihr.  Sie fragte ihren Vater,\n den m\u00e4chtigen Gott der Meere um Rat, aber der lachte nur, weil sie so \nt\u00f6richt war, einen schwachen Menschenmann zu begehren.  Die Elbk\u00f6nigin \nwurde b\u00f6se und besann sich auf ihre eigenen Zauberkr\u00e4fte.  Als die \nFischer erneut in ihre Boote stiegen, l\u00e4chelte sie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dichte Nebelschwaden waberten \u00fcber dem Strom, als die Fischer in den \nfr\u00fchen Morgenstunden in ihre Boote stiegen, um ihrer gef\u00e4hrlichen Arbeit\n nachzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie hatten sich allesamt von ihren Familien und Frauen verabschiedet \nund der \u00e4lteste Fischer stimmte wie immer ein Lied an, um die Elbk\u00f6nigin\n zu erfreuen und zu bes\u00e4nftigen, denn ihre Launenhaftigkeit war nur \nallzu bekannt unter den Fischern.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum waren alle Segel gesetzt, stimmten auch die anderen Fischer in das Lied mit ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frauen standen am Strand und schauten den kleiner werden Booten \nnach \u2013 solange, bis der letzte Ton verklungen und auch das letzte Boot \nim dichten Nebel des Morgens verschwunden war. Eine nach der anderen \nmachte sich auf zur\u00fcck in ihr Heim, um dort f\u00fcr eine baldige und gesunde\n Heimkehr der M\u00e4nner und einen guten Fang zu beten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur eine der Frauen blieb wie immer am Strand zur\u00fcck. Sie setzte sich\n auf einen gro\u00dfen runden Stein, zog sich ihr w\u00e4rmendes Schultertuch \u00fcber\n den Kopf und blickte auf das Wasser der Elbe, das um diese fr\u00fche Stunde\n noch schwarz  und unendlich bedrohlich aussah.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann begann auch sie zu singen, leise und bittend, denn dieses Mal \nwar ihr Herz noch unsagbar schwerer als sonst.  Sie sang ein altes Lied,\n das sie schon als kleines M\u00e4dchen von ihrer Mutter gelernt hatte und \nvon dem seit jeher erz\u00e4hlt wurde, dass es der Elbk\u00f6nigin besonders \ngefiel.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Tiefen des Stromes, in ihrem pr\u00e4chtigen Palast aus Stein und \nKristall, hielt sich die Elbk\u00f6nigin ihre  Ohren zu. Sie wollte die \nsch\u00f6ne alte Weise nicht h\u00f6ren, die mit der lieblichen Stimme der jungen \nFrau zu ihr \u00fcber das Wasser  getragen wurde und ihr Herz gef\u00e4hrlich ins \nWanken brachte.  Die K\u00f6nigin  hatte schon lange eine Entscheidung \ngetroffen und es war eine Erleichterung f\u00fcr sie, als das Lied zu seinem \nEnde kam und damit auch die sanfte Stimme der jungen Frau verstummte.  \nNun konnte die Herrscherin der Elbe sich ans Werk machen und ihre \nSehnsucht nach dem Menschenmann stillen, die so hei\u00df und unnachgiebig in\n ihr brannte. Sie griff nach ihrem Dreizack und verlie\u00df  den \nKristallpalast, denn es wurde Zeit f\u00fcr den Sturm.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die ersten Fischerboote zur\u00fcckkehrten, standen bereits wieder \nviele Frauen am Strand und sahen ihnen entgegen.  Auch die junge Frau, \ndie ohne Unterlass auf ihrem Stein gesessen und auf ihren  geliebten \nMann gewartet hatte, erhob sich nun, um ihn endlich wieder in ihren \nArmen willkommen zu hei\u00dfen.  Doch die Gesichter der M\u00e4nner, die nach und\n nach an Land kamen, waren verh\u00e4rmt und voller Schmerz. Die Augen der \njungen Frau suchten vergeblich die Reihen der heimkehrenden M\u00e4nner ab. \nAls sie begriff, dass ihr Geliebter nicht unter ihnen war, liefen ihr \nB\u00e4che von Tr\u00e4nen \u00fcber die Wangen, und die M\u00e4nner best\u00e4tigten ihr die \nfurchtbare Wahrheit. Sie berichteten von einem heftigen Sturm, der \npl\u00f6tzlich \u00fcber die Boote hinwegfegte. Wie ein Wunder war es, dass bei so\n einem furchtbaren Sturm nur ein einziges Boot in den Fluten versank, so\n erz\u00e4hlten sie.  Die junge Frau war untr\u00f6stlich, als ihre Angst nun zur \nGewissheit wurde und ihr Weinen und Schluchzen klang weit \u00fcber den Fluss\n hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Kristallpalast,  tief im Strom verborgen, belegte die Herrscherin \nder Elbe derweil den jungen Mann mit einem Zauber, sodass er bei ihr im \n Palast leben  und atmen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der  Mann aus seiner tiefen Ohnmacht erwachte, lag er auf einem \nBett aus Tang und weichem Sand. Nur m\u00fchsam schlug er die Augen auf.  Als\n er sich verwirrt in der glitzernden Umgebung aus Kristall, Muscheln und\n Luftbl\u00e4schen umsah, nahm  er schlie\u00dflich eine Frau wahr. Sie war \numwerfend sch\u00f6n, von ihrem goldblonden Haar, das ihre nackten  Br\u00fcste \nnur teilweise bedeckte, bis hin zur schmalen Taille. Wie gebannt starrte\n der junge Mann die Frau an. Doch dann wanderte sein Blick an ihrer \nGestalt hinab und er erblickte ihren schwarzgr\u00fcn schimmernden Unterleib,\n der wie ein \u00fcbergro\u00dfer Fischschwanz geformt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Sogleich verschwand die m\u00e4nnliche Bewunderung f\u00fcr weibliche Sch\u00f6nheit\n aus seinem Blick und machte einer Abneigung Platz, die so tief war, \ndass sich sein ganzes Gesicht vor lauter Widerwillen verzog.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wesen mit dem Fischschwanz bewegte sich nun langsam auf ihn zu \nund l\u00e4chelte aus einem wundervoll geformten Mund auf ihn herab.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin die Herrscherin \u00fcber den Fluss\u201c, lie\u00df sie ihn wissen. \u201eDu \nwirst leben und atmen k\u00f6nnen, solange du in meinem Palast bist. Verl\u00e4sst\n du aber diese Kristallmauern, wirst du auf der Stelle elendig zu Grunde\n gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Mann war \u00fcberall f\u00fcr seine Klugheit und Besonnenheit \nbekannt gewesen. Nachdem er nun seine Gedanken geordnet hatte, sah er \nder Elbk\u00f6nigin direkt in ihre smaragdgr\u00fcnen Augen und l\u00e4chelte \nebenfalls. \u201eWarum hast du mich nicht gleich sterben lassen, Majest\u00e4t des\n Flusses? Ich bin ein Fischer und kein Mann, den man einsperren kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Elbk\u00f6nigin lachte glockenhell und ihre Augen glitzerten dabei wie\n frisch polierte Edelsteine. \u201eDu wirst es noch lieben, bei mir zu sein, \nmein Mann, du wirst mich lieben und nichts und niemanden sonst \nbegehren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann sch\u00fcttelte den Kopf und sein dunkles Haar bewegte sich im \nWasser auf die gleiche beh\u00e4bige Weise wie der Tang auf dem er sa\u00df. \u201eIch \nkann dich nicht lieben, Majest\u00e4t, denn ich habe bereits eine Frau und \nihr geh\u00f6rt mein ganzes Herz und mein ganzes Sehnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGenug!\u201c, schrie die K\u00f6nigin w\u00fctend. \u201eIch will das nicht h\u00f6ren! Du \nwirst diese Menschenfrau bald vergessen und nur noch mich begehren. Sieh\n mich an, Mann! Bin ich nicht sch\u00f6ner als jede Frau, die du kennst?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Augenblicklich lachte der junge Mann bitter auf und seine meerblauen \nAugen wurden kalt wie Eis. \u201eDu und sch\u00f6n? Wie kann eine Frau sch\u00f6n sein,\n die einen widerw\u00e4rtigen Fischschwanz ihr Eigen nennt und keinen \nwohlgeformten Unterleib? Dieser Anblick ist wirklich allzu absto\u00dfend! \nDie Frau, die ich liebe, ist hingegen wundersch\u00f6n mit ihrem Haar aus \nschwarzer Seide und ihrer ber\u00fcckenden und vollkommenen Gestalt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fctend schlug die Elbk\u00f6nigin eine Muschelschale entzwei und ihre \ngr\u00fcnen Augen spr\u00fchten Funken vor Wut. \u201eDu wirst keine Wahl haben, Mann!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Mann wurde jetzt w\u00fctend. \u201eMir w\u00e4re es lieber, du lie\u00dfest \nmich sterben, Majest\u00e4t. Ohne meine liebe Frau will ich nicht sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die K\u00f6nigin hob nur ihr stolzes Haupt, wandte sich ab und lie\u00df ihn allein in seiner Kammer aus Kristall und Tr\u00e4nen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Wochen lang war der junge Mann nun schon der Gefangene der \nElbk\u00f6nigin, aber sein Herz lie\u00df sich nicht erweichen. Der Blick mit dem \ner die Herrscherin betrachtete, blieb voller Abscheu.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sprach nur noch mit ihr, wenn er sie bat, ihn endlich sterben zu \nlassen. Und er tat es stets mit einem Gesicht voller Traurigkeit und \nSehnsucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6nigin war w\u00fctend.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie versuchte sich an mehreren Zaubern,  um ihn zu bet\u00f6ren, doch sie \nwusste, dass man wahre Liebe nicht herbeizaubern konnte. Das lag nicht \nin ihrer Macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kam, dass sie jeden Abend die junge Frau weinend am Ufer sitzen\n sah. Die Frau h\u00f6rte einfach nicht auf zu weinen und hinaus auf den \nFluss zu starren. Viele Tage und viele N\u00e4chte sa\u00df sie dort und ihre \nTr\u00e4nen liefen ohne Unterlass \u00fcber die zarten Wangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann gingen Herbst und Winter vorbei, der Fr\u00fchling kam ins Land und \ndie Frau sa\u00df noch immer jeden Tag auf ihrem Stein und blickte auf den \nStrom. Einmal sah die K\u00f6nigin, wie die junge Frau ihr herrliches \nschwarzes Haar aussch\u00fcttelte, die langen seidigen F\u00e4den im Fluss wusch \nund es anschlie\u00dfend in der Fr\u00fchlingsonne trocknen lie\u00df.  Ein einzelnes \nschwarzes Haar geriet dabei der K\u00f6nigin in die H\u00e4nde und sie wickelte \nsich den zarten Faden um ihren Finger. Immer wieder strich die \nElbk\u00f6nigin \u00fcber das einzelne Haar, das so weich und gl\u00e4nzend wie reinste\n Seide war.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach weiteren erfolglosen Wochen besuchte die K\u00f6nigin ihre \u00e4ltere und\n weise Schwester, die K\u00f6nigin der F\u00f6rde, um deren Rat zu erbitten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu wirst seine Liebe nicht erzwingen k\u00f6nnen, Schwester, aber du \nkannst mit einem Zauber daf\u00fcr sorgen, dass er seine Erinnerung \nverliert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Elbk\u00f6nigin nickte. \u201eJa, daran habe ich auch schon gedacht. Wenn er seine Frau vergisst, wird er mich endlich lieben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann z\u00f6gere nicht und l\u00f6sche seine Erinnerungen an sein Leben auf \ndem Land. Menschenm\u00e4nner sind eigenartige Wesen. Sie brauchen eine Frau \nwie Nahrung und die Luft zum Atmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDanke f\u00fcr deinen Rat, Schwester der F\u00f6rde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwestern trennten sich und die Elbk\u00f6nigin schritt ans Werk.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie belegte den jungen Mann erneut mit einem Zauber und l\u00f6schte damit\n all seine Erinnerungen an die Frau, die noch immer jeden Tag auf dem \nStein am Strand sa\u00df und bitterlich um ihn weinte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun dachte der Mann nicht mehr an seine junge Frau. Sein Blick wurde \njedoch auch jetzt nicht fr\u00f6hlicher und seine meerblauen Augen \nbetrachteten die K\u00f6nigin noch immer mit anhaltender  Geringsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum begehrst du mich nicht, mein Mann?\u201c, fragte die Herrscherin immer und immer wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann antwortete immer auf die gleiche Weise:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDein Fischleib ruft nicht mehr als Abscheu in mir hervor, Majest\u00e4t. Ich kann dich nicht begehren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herrscherin des Flusses dachte nun jeden Tag dar\u00fcber nach, wie \nsie ihren Fischschwanz vor dem Mann verbergen konnte.  Von ihren \nUntertanen lie\u00df sie sich schm\u00fcckende G\u00fcrtel aus Muscheln und Tang \nkn\u00fcpfen, aber ihr Unterleib war einfach zu gro\u00df und lie\u00df sich nicht so \neinfach tarnen.  Immer wieder musste die K\u00f6nigin hinnehmen, dass der \nMann sie mit einem einzigen Blick auf ihren Fischleib verschm\u00e4hte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Abends beobachtete die K\u00f6nigin einmal mehr die junge Frau am \nFlussufer, deren Tr\u00e4nen auch nach so vielen Monaten nicht versiegen \nwollten.  Gedankenvoll strich die K\u00f6nigin \u00fcber den seidigen Faden, den \nsie noch immer um einen ihrer Finger gewickelt trug. Der Wunsch nach \ndiesem wundervollen Haar wurde \u00fcberm\u00e4chtig in ihr und sie w\u00fcnschte sich,\n sie selbst k\u00f6nnte sich ebenfalls mit dieser gl\u00e4nzenden schwarzen Seide \numh\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die junge Frau am Ufer pl\u00f6tzlich eine Stimme aus dem Fluss h\u00f6rte, erschrak sie zutiefst.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFrau, Frau, h\u00f6r mir zu!\u201c, sprach diese Stimme zu ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer bist du?\u201c, fragte die junge Frau mit zitternder Stimme, als sie \nverwundert eine sch\u00f6ne Frau mit goldblondem Haar erblickte, die ihren \nnackten Oberk\u00f6rper aus den Fluten der Elbe erhob.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin die Herrscherin \u00fcber diesen Fluss und ich habe deinen Mann in meiner Obhut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMeinen Mann?\u201c Die Augen der jungen Frau wurden gro\u00df. \u201eWie kannst du \nmeinen Mann bei dir haben, K\u00f6nigin? Mein Mann ist schon vor vielen \nMonaten in deinem Fluss ertrunken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDein  Mann ist nicht tot. Ich halte ihn in meinem Palast gefangen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau wurde fast ohnm\u00e4chtig vor Gl\u00fcck und Hoffnung. \u201eDann \ngib mir meinen Mann zur\u00fcck, du m\u00e4chtige Herrscherin des Stromes! Bitte \ngib ihn mir zur\u00fcck! Mein Leben ist nichts ohne ihn.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00f6r mir zu, Frau, du wirst mir aus deinem Haar einen pr\u00e4chtigen \nschwarzen Mantel spinnen. Zart und seidig  &#8211; und so gro\u00df, dass er mich \nvollkommen verh\u00fcllt.  Vielleicht bekommst du dann deinen Mann zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau ber\u00fchrte ihr Haar und erschrak aufs Neue. \u201eAus meinem Haar? Aber, liebe K\u00f6nigin, mein Mann liebt mein Haar.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast meine Worte geh\u00f6rt, Frau. Beim n\u00e4chsten Vollmond werde ich \nwieder hier sein und mir den Mantel holen. Du hast keine Wahl.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit verschwand die K\u00f6nigin zur\u00fcck in den Fluten und lie\u00df die junge Frau allein zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von nun an verbrachte die junge Frau jede einzelne Sekunde ihrer Tage\n und N\u00e4chte damit, ihr wundervolles  Haar zu zarten F\u00e4den zu verspinnen.\n Das Gewebe, das sie aus diesen F\u00e4den herstellte, war seidig gl\u00e4nzend \nund wundersch\u00f6n. Die Frau war sich sicher, dass es der K\u00f6nigin gefallen \nw\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Tag, bevor der Vollmond wieder \u00fcber dem Fluss stehen w\u00fcrde, \nstellte die Frau den Mantel f\u00fcr die Elbk\u00f6nigin fertig \u2013 und er war \nwahrlich herrlich anzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Vollmondnacht erschien die Herrscherin des Stromes und nahm \nmit leuchtenden Augen den wundervollen Mantel entgegen.  Doch als sie \nhineinschl\u00fcpfte, bemerkte sie, dass der Mantel zu kurz war, denn er \nbedeckte nicht vollst\u00e4ndig ihren Fischleib. Auf der Stirn der K\u00f6nigin \nerschienen Falten des Zornes. Vor lauter Wut warf sie der Frau des \nFischers den Mantel wieder vor die F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer ist viel zu kurz, Frau. Mach ihn l\u00e4nger, sonst wird aus unserem Handel nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber liebe K\u00f6nigin, mein Haar ist nun ganz kurz geschnitten. Vorher soll ich die F\u00e4den daf\u00fcr nehmen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLass es wachsen, Frau.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau brach in bittere Tr\u00e4nen aus. \u201eLiebe, liebe K\u00f6nigin, es\n wird sehr viele Monate, vielleicht sogar Jahre dauern, bis mein Haar \nnachgewachsen ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarte hier auf mich, Menschenfrau, ich werde dir einen Trank \nbringen, der dein Haar schneller wachsen l\u00e4sst.\u201c  Mit diesen Worten \nverschwand die K\u00f6nigin, um nur wenige Minuten sp\u00e4ter erneut zu \nerscheinen. Sie warf der Frau eine kristallene Phiole zu und sprach: \n\u201eTrink dies auf einen Zug, dann leg dich schlafen und dein Haar wird \nhundertmal schneller  wachsen, als die Natur es f\u00fcr dich vorgesehen hat.\n  Wenn der Mantel fertig ist, komm wieder her, ich werde da sein; \nvielleicht bekommst du dann deinen Mann zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau ging nach Hause und tat, wie die K\u00f6nigin es ihr \nbefohlen hatte. Sie nahm den Trank zu sich und legte sich schlafen. \nSchon am n\u00e4chsten Morgen war ihr Haar um viele Zentimeter gewachsen,  \naber die Frau stellte mit Schrecken fest, dass es nun nicht mehr \ngl\u00e4nzend schwarz, sondern vielmehr so hell wie der Weizen auf den \nFeldern geworden war.  Nun ja, dachte die Frau, dann muss es eben damit \ngehen. Die K\u00f6nigin wird sich damit abfinden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Wochen sp\u00e4ter war das nun hellblonde Haar der Frau wieder so \nlang geworden, wie es auch zuvor ihre gl\u00e4nzend schwarze Pracht gewesen \nwar. Sie schnitt sich das Haar abermals vom Kopf und verspann es zu \nF\u00e4den, die ebenfalls seidig und gl\u00e4nzend waren.  Mit diesen F\u00e4den \nverl\u00e4ngerte sie den Mantel. Er war jetzt so lang, dass er die junge Frau\n ganz verh\u00fcllte und sie stellte sich vor, dass es auch bei der \nElbk\u00f6nigin so sein w\u00fcrde.  Mit erwartungsfrohem Herzen setzte sie sich \nalso am Abend auf ihren Stein am Flussufer, den Mantel auf ihren Knien, \nund wartete.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch als die Elbk\u00f6nigin erschien und sich den Mantel umlegte, war er immer noch kurz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie kann das sein?\u201c, donnerte die K\u00f6nigin w\u00fctend. \u201eUnd warum hat er jetzt unten eine andere Farbe, Frau?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kann nichts daf\u00fcr, Herrscherin des Flusses, du musst mir \nglauben.  Mein Haar ist nun hell und wenn dir der Mantel noch immer zu \nkurz ist, musst du mir noch einmal den Trank geben, damit ich ihn erneut\n f\u00fcr dich verl\u00e4ngern kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMir gef\u00e4llt der Mantel so nicht, Frau, aber es gibt keinen Zauber \nf\u00fcr die Farbe. Ich kann dein Haar nur schneller wachsen lassen. Also \nwarte hier, damit ich dir erneut den Trank bringen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als die K\u00f6nigin ihr kurze Zeit sp\u00e4ter eine weitere Phiole mit dem \nZaubertrank zuwarf, tat sie das mit den Worten:  \u201eDer Mantel soll \nprachtvoll und sehr lang werden. Vielleicht bekommst du dann deinen Mann\n zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 6<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als die Frau am n\u00e4chsten Tag in den  Spiegel sah, erkannte sie, dass \nihr sch\u00f6nes Haar nun weder schwarz, noch blond, sondern schneewei\u00df \nnachwuchs. Sie sackte in sich zusammen und schluchzte voller \nVerzweiflung laut auf. Sie weinte, bis ihre tiefblauen Augen rot \numrandet und ganz entz\u00fcndet waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauerte wieder nur wenige Wochen, bis das wei\u00dfe Haar ihr bis zu \nden H\u00fcften reichte.  Es war noch immer gl\u00e4nzend und weich und doch hatte\n die junge Frau furchtbare Angst vor der K\u00f6nigin, wenn diese erst den \nwei\u00dfen Abschluss des Mantels sehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem begann die Frau erneut mit ihrer Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Finger waren unterdessen wund und ihr R\u00fccken schmerzte von der \nPlage am Spinnrad und am Webstuhl. Ihre Augen brannten wie Feuer von all\n den Tr\u00e4nen, aber sie dachte unentwegt daran, dass sie nur durchhalten \nmusste, um ihren geliebten Mann bald wieder in die Arme schlie\u00dfen zu \nk\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wut der K\u00f6nigin kannte jedoch keine Grenzen, als sie den \ndreifarbigen Mantel sah. Zwar war er nun lang genug, um ihre Gestalt und\n den Fischleib vollst\u00e4ndig zu verh\u00fcllen, aber er war h\u00e4sslich und \nschm\u00fcckte sie nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau war verzweifelt, als die Herrscherin des Flusses, ihr den Mantel erneut vor die F\u00fc\u00dfe warf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSieh zu, dass er so sch\u00f6n wird, wie zuvor, du nichtsnutzige \nMenschenfrau! Vielleicht bekommst du dann deinen Mann zur\u00fcck.\u201c  Damit \nverschwand sie in den dunklen Tiefen der Elbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Voller Schmerz und Verzweiflung rief die Frau nach der K\u00f6nigin, aber \nsie kam nicht zur\u00fcck. Der dreifarbige Mantel lag zu ihren F\u00fc\u00dfen im Sand \ndes Flussufers. Ermattet und m\u00fcde lie\u00df sich die junge Frau auf ihren \nStein sinken und begann erneut zu weinen, bis ihre Tr\u00e4nen pl\u00f6tzlich \nversiegten, sodass sie nur noch trocken schluchzen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch liebe ihn so sehr, K\u00f6nigin!\u201c, rief sie noch einmal \u00fcber das \ndunkle Wasser. \u201eIch liebe ihn \u00fcber den Tod hinaus. Was kann ich jetzt \nnoch tun, damit du ihn mir zur\u00fcckbringst?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dann hob sie ihren Kopf und sah in den Himmel. Die Nacht war klar und\n warm und am Himmel waren alle Sterne zu sehen. Die Sterne sahen aus, \nals w\u00e4ren sie aus Gold und Silber, auf nachtschwarzem Samt gebettet, der\n sich wie ein sch\u00fctzendes Zelt \u00fcber die Erde und den Fluss w\u00f6lbte.  Der \nAnblick war wundersch\u00f6n und lie\u00df die junge Frau f\u00fcr wenige Sekunden \ninnehalten.  Wie verzaubert blickte sie noch einige Minuten zum \nn\u00e4chtlichen Firmament empor.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck in ihrem kleinen Haus machte sich die Frau sofort an die \nArbeit und trennte vorsichtig den ganzen Mantel wieder auf. Sie ordnete \ndie F\u00e4den nach ihrer Farbe und als diese langwierige Arbeit getan war, \nsetzte sie sich zur\u00fcck an ihren Webstuhl.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Tage sp\u00e4ter war der Mantel  erneut fertig. Er war so \nwundersch\u00f6n und pr\u00e4chtig, dass es sogar der Frau, die ihn mit ihren \neigenen H\u00e4nden gewebt hatte, den Atem raubte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gold \u2013 und Silbersterne glitzerten auf nachtschwarzem Grund. Der \nMantel war ein echtes Schmuckst\u00fcck geworden und w\u00fcrde jede K\u00f6nigin \nbezaubern, dessen war sich die junge Frau jetzt sicher.<\/p>\n\n\n\n<p>In der darauffolgenden Nacht setzte sich die Frau wieder ans Ufer der\n Elbe und wartete mit klopfendem Herzen. Es dauerte nur wenige \nAugenblicke, bis die Herrscherin des Flusses erschien. Ihre Augen \nspr\u00fchten vor Begeisterung und Begierde, als sie den prachtvollen Mantel \nsah und sie legte sich das Kleidungsst\u00fcck sofort um die Schultern. Das \nGewand umh\u00fcllte sie vollkommen und verbarg auch ihren h\u00e4sslichen \nFischleib. Die K\u00f6nigin lachte gl\u00fccklich auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor lauter Erleichterung lachte die junge Frau ebenfalls. \u201eEr ist \nherrlich, nicht wahr, liebe K\u00f6nigin? Und er l\u00e4sst dich richtig \nergl\u00fchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c, erwiderte die K\u00f6nigin. \u201eDer Mantel l\u00e4sst mich ergl\u00fchen.\u201c Wieder lachte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWann wirst du mir meinen Mann schicken, liebe K\u00f6nigin?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMenschenfrau, ich habe nur gesagt, dass ich ihn dir vielleicht zur\u00fcckschicken werde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein!\u201c, schrie die junge Frau auf. \u201eDas kannst du mir nicht antun, \nK\u00f6nigin! Ich habe alles getan, was du wolltest. Ich habe deinen Wunsch \nerf\u00fcllt. Ich habe mich jeden Tag und jede Nacht f\u00fcr dich gequ\u00e4lt. Gib \nmir nun meinen Mann zur\u00fcck, so wie du es versprochen hast!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die K\u00f6nigin verschwand ohne ein weiteres Wort im Fluss und lie\u00df die verzweifelte Frau am Ufer zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kapitel 7<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So wie jeden Tag lag der Mann auf seinem Bett aus Tang und weichem Sand und langweilte sich.<\/p>\n\n\n\n<p>In den vielen Monaten, die er nun schon im Kristallpalast \nfestgehalten wurde, hatte es kaum Abwechslungen f\u00fcr ihn gegeben.  Die \nTage und N\u00e4chte wurden noch nicht einmal von Mahlzeiten unterbrochen, \ndenn offenbar ben\u00f6tigte er keine  Nahrung mehr. Auch daf\u00fcr hatte seine \nHerrscherin gesorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er wusste, dass sie ihn mit allerlei Zauberspr\u00fcchen belegt hatte, \naber er wusste auch, dass er eigentlich ein Mensch, ja ein Mann war. \nManchmal sortierte er eine kleine Muschelsammlung, die er sich \nunterdessen angelegt hatte, oder er schwamm ein wenig durch seine \nKammer.  Mehrmals am Tag besuchte ihn die Elbk\u00f6nigin, doch trotz der \nvielen Langeweile war er niemals froh \u00fcber ihre Besuche, da er sie eher \nals l\u00e4stig empfand.  Die kurzen Gespr\u00e4che, die sie miteinander f\u00fchrten, \nwaren kaum unterhaltsam. Ihre Untertanen lie\u00df sie niemals zu ihm, aber \nes musste sie geben, wenn er ihr Glauben schenken konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann f\u00fchlte sich sehr einsam in seiner  Kristallkammer, und es \nbrannte eine Sehnsucht in ihm, die er nicht verstand.  Jeden Tag schien \nsein Herz immer schwerer zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er h\u00f6rte, dass die K\u00f6nigin sich n\u00e4herte, erhob er sich von seinem\n Lager, denn er wollte sich in ihrer N\u00e4he keine Bl\u00f6\u00dfe geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber seine Herrscherin kam zu ihm in die Kammer und sah ganz und gar \nanders aus als er es bisher von ihr kannte. Da war kein h\u00e4sslicher \nFischleib mehr, der stets einen heftigen Widerwillen in ihm \nhervorgerufen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie war hingegen wundersch\u00f6n, wahrscheinlich die sch\u00f6nste Frau, die \ner je gesehen hatte, so dachte er.  Ihr makelloses Gesicht war \nbezaubernd eingerahmt von goldfarbenem Haar und ihre Augen glitzerten \nwie Smaragde. Ihr schlanker K\u00f6rper war vollkommen in ein herrliches \nGewand geh\u00fcllt, dessen Anblick sofort die Erinnerung an laue \nSommern\u00e4chte in ihm wachrief. Er f\u00fchlte diese tiefe ungestillte \nSehnsucht, die ihn niemals loslassen wollte umso st\u00e4rker auflodern, als \nsie sich immer weiter auf ihn zubewegte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGeliebter\u201c, fl\u00fcsterte sie verf\u00fchrerisch. \u201eWillst Du mich nicht endlich umarmen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann f\u00fchlte sich seltsam bet\u00f6rt von ihrem Anblick, aber er konnte nicht sagen, warum das so war.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa\u201c, antwortete er verwirrt  und streckte bereits seine Arme nach ihr aus. \u201eJa, Sch\u00f6ne, komm zu mir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Triumph lie\u00df die K\u00f6nigin hell auflachen und sie schmiegte sich in\n seine starken Arme.  Doch in dem Augenblick, als der Mann seine H\u00e4nde \nauf sie und den Mantel legte, zuckte er zur\u00fcck, als h\u00e4tte er sich daran \nverbrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Geliebter\u201c, fl\u00fcsterte sie noch einmal und wollte ihn erneut \numarmen. Aber sein Blick war nun wieder so abweisend und kalt wie all \ndie Monate zuvor. Die Elbk\u00f6nigin ahnte noch nicht, dass all seine \nErinnerungen zur\u00fcckgekehrt waren, als er das zarte Gewebe des Mantels \nber\u00fchrt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas hast du getan, Majest\u00e4t? Das ist das wundervolle Haar meiner \nFrau\u201c, brachte er endlich bebend hervor.  \u201eIch w\u00fcrde es \u00fcberall \nwiedererkennen.\u201c Seine Augen f\u00fcllten sich nun mit Tr\u00e4nen. \u201eWas hast du \nihr angetan, du widerliche Kreatur?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00fcnen Augen der Elbk\u00f6nigin weiteten sich und ruhten noch f\u00fcr \neinige lange Augenblicke auf dem Antlitz des Mannes. Voller Wut und \nTraurigkeit war sein anziehendes Gesicht, aber er erwiderte standhaft \nihren Blick. In seinen nassen Augen erkannte sie die tiefe Liebe und die\n brennende Sehnsucht, die er f\u00fcr seine Frau f\u00fchlte. Das Herz der \nElbk\u00f6nigin wurde pl\u00f6tzlich weich und begann seltsam zu schmerzen. Mit \ndem fremden Schmerz in ihrem Herzen kl\u00e4rte sich auch ihr Verstand.  Sie \nahnte l\u00e4ngst, dass es echte Liebe musste, die sie f\u00fcr den Menschenmann \nf\u00fchlte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun denn\u201c, sprach sie matt. \u201eLeg dich schlafen, Mann, und ruhe dich aus. Du wirst deine Kr\u00e4fte brauchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ehe der Mann sich versah, war die K\u00f6nigin verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Herrscherin des Flusses tauchte aus den Fluten auf und sah die junge Frau auf ihrem Stein sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFrau des Fischers, komm n\u00e4her zu mir\u201c, rief die K\u00f6nigin ihr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau erhob sich und sofort erschien in ihren Augen der hoffnungsvolle Schimmer, den die K\u00f6nigin schon so gut kannte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eK\u00f6nigin des Flusses, was willst du noch von mir? Mein Haar ist wei\u00df \nund kurz, meine H\u00e4nde schmerzen von all der nutzlosen Arbeit und mein \nHerz ist gebrochen. Ich kann dir nichts mehr geben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00f6r zu, Frau! Geh nach Hause und hole ein B\u00fcndel mit Kleidung f\u00fcr \ndeinen Mann. Dann warte hier. Ich werde dir deinen Geliebten noch heute \nNacht zur\u00fcckbringen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die junge Frau fiel schluchzend auf ihre Knie und ihr Gesicht begann zu strahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIst das auch wahr, liebe K\u00f6nigin? Du wirst ihn mir endlich zur\u00fcckgeben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, so soll es geschehen. Ich wollte seine Liebe erzwingen, aber der\n Mann geh\u00f6rt nur dir allein. Nun muss ich meine Schuld an euch \nbegleichen, Frau. Ich habe furchtbares Unrecht getan.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau war sprachlos vor Gl\u00fcck. \u201eDu verlangst nichts mehr von mir?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein, du bekommst etwas von mir. H\u00f6r mir gut zu: dein Mann wird \nniemals mehr in Gefahr sein, wenn er auf den Fluss und auf das Meer \nhinausf\u00e4hrt. Er wird alle Zeit gesund und mit vollen Netzen heimkehren. \n Du wirst niemals mehr um ihn bangen m\u00fcssen, H\u00fcterin seines Herzens, \ndenn ich werde ihn besch\u00fctzen. Die schlimmsten St\u00fcrme werden ihm nichts \nmehr anhaben k\u00f6nnen. Sein Boot wird ihn immer unbeschadet zu dir \nzur\u00fcckbringen. Du wirst ihn nur immer weiter von ganzem Herzen lieben \nm\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bevor die junge Frau antworten konnte, verschwand die K\u00f6nigin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frau lief so schnell sie konnte, um die Kleidung f\u00fcr ihren Mann \nzu holen und als sie zur\u00fcck an das Ufer kam, lag er dort mit \ngeschlossenen Augen im Sand.  Das Kleiderb\u00fcndel entglitt ihren H\u00e4nden \nund sie fiel neben ihm auf die Knie. Sie streichelte sein Gesicht und \nsah ihn lange an &#8211; und dieses Mal waren es Tr\u00e4nen der Freude und des \nGl\u00fccks, die ihr \u00fcber die Wangen liefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Mann die Augen aufschlug und in das gl\u00fcckselige Gesicht \nseiner Frau sah, weinte auch er und sie hielten sich lange in den Armen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin nicht mehr sch\u00f6n f\u00fcr dich, sieh doch\u201c, brachte die junge \nFrau irgendwann hervor und strich sich dabei \u00fcber das kurze wei\u00dfe Haar.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu wirst immer die Sch\u00f6nste f\u00fcr mich sein, Liebste. Was schert mich dein Haar!\u201c Er lachte und k\u00fcsste sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen blickte die junge Frau in ihren Spiegel und \nerkannte, dass das Haar, das ihr nun langsam nachwuchs, tiefschwarz war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne Rubin ist Mitglied der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren DELIA. Susanne Rubin wurde in Hamburg geboren. 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